Interview mit Frau Braach

1. Warum haben Sie sich für die Berufswahl Lehrerin entschieden?

Insbesondere weil es mir unfassbar viel Spaß macht, mit anderen Leuten zu arbeiten. Ich wusste, ich möchte auf jeden Fall irgendetwas machen, bei dem ich im Kontakt mit anderen Menschen bin. Für meine Fächer habe ich mich aus dem Grund entschieden, weil es wirklich mit Abstand die beiden Fächer gewesen sind, die mir selbst in der Schule am meisten Spaß gemacht haben. Ich finde, wenn man etwas macht, dann sollte es das sein, was einem interessiert, weil man es ansonsten gar nicht rüberbringen kann.

2. Warum unterrichten Sie am BwG? Was gefällt Ihnen daran?

Ich habe meinen Referendariat am BwG absolviert und hatte das große Glück, hier zu bleiben. Was mir an dieser Schule besonders gut gefällt, ist die interaktive Ebene zwischen Schülerinnen und Schülern und Lehrerinnen und Lehrern. Es finden oftmals Gespräche statt, die auf Augenhöhe sind. Ich habe wirklich viel Spaß in meinem Unterricht und selbst auf dem Pausenhof gibt es immer wieder Gespräche, die mir unfassbar viel Spaß machen.

3. Wie würden Ihre ehemaligen Schüler Sie beschreiben?

Hmm… Da ich erst seit 2023 hier an der Schule bin, habe ich nicht viele ehemalige Schüler. Spontanität ist nicht meine Stärke, stellen wir gerade auch fest. Auf jeden Fall offen. Ich habe immer ein offenes Ohr und meistens auch eine Lösung parat.

4. Was ist Ihrer Meinung nach der größte Nachteil unseres Schulsystems?

Ich glaube, das ist das starre System der Lehrpläne, die wir zu erfüllen haben. Wenn man sich überlegt, im Schulalltag geht es nicht nur darum, fachliche Inhalte zu vermitteln, sondern zentral auch das Miteinander. Das heißt, es fällt ganz viel nebenbei an neben dem Fachlichen, wofür im Endeffekt wenig Zeit bleibt. Wir haben die festen Termine, wo wir Klassenarbeiten schreiben müssen, die sich teilweise aus unterschiedlichen Gründen nicht verschieben lassen. Zum Beispiel wegen anstehenden Klassenfahrten usw. Da bleibt es auf der Strecke, dass man jedem am Punkt abholt, wo er steht. Das sollte das oberste Ziel sein, jedem an der Stelle mitzunehmen. Aber oftmals kann das nicht in dem Maße erfüllt sein, wie es wünschenswert ist.

5. Haben Sie Haustiere?

Meine Eltern haben zwei Hunde, das sind quasi die Familientiere. Ein Haustier würde ich es nicht nennen, aber ich habe ein Islandpferd (Pferd aus Island).

6. Sie werden Schulleiterin. Was würden Sie sofort ändern?

Mehr Kunstunterricht. Auf jeden Fall mehr Kunstunterricht.

7. Was war das verrückteste, das Ihnen je in einer Unterrichtsstunde passierte?

Ich muss das so beschreiben, ohne Namen zu nennen. Es war in meinem ersten Jahr hier an der Schule. Kurz vor den Ferien hatten wir eine Gruppenarbeitsphase und ich war gerade mit Schülern im Gespräch. Ich hörte auf einmal ein Geräusch, dass sich anhörte wie ein Rasierapparat. Als ich nach oben geguckt habe, stelle ich fest, wie ein Schüler plötzlich einen Friseurmantel umhängen hatte. Ein anderer Schüler stand hinter ihm mit dem iPad, wovon Rasiergeräusche abgespielt wurden. Ganz liebe Grüße an meine Schüler, die sind heute noch an der Schule. Spanischunterricht Jahrgang 10 damals.

8. Wenn Sie ein Superheld wären, welche Superkraft würden Sie im Klassenzimmer nutzen?

Doch mal in die Köpfe der Schüler reinzuschauen. Was die Personen in dem Moment denken.

Könnten Sie das auch ausschalten?

Nein, das ist eine Superkraft die nebenbei mitschwingt. Einfach nur mal zu wissen was die Schüler in dem Moment denken. Oder vielleicht ist das gerade auch nicht gut. Das kann sehr gefährlich werden. Sonst wäre die Option, mit einem Fingerschnips für sofortige Ruhe zu sorgen.

9. Wenn Sie ein Tier wären, welches würde am besten zu Ihrem Unterrichtsstil passen?

Wahrscheinlich müsste es irgendwas buntes sein. Zum Beispiel ein bunter Papagei, denn ich bin immer in Bewegung. Vielleicht auch ein Kanarienvogel.

10. Was denken Sie, was Ihre Schüler über Sie in der Pause sagen?

Das kommt glaube ich ganz auf die Schülerinnen und Schüler an. Es wird wahrscheinlich Schüler geben, die sich manchmal über mich ärgern. Ich weiß es nicht. Ich wüsste es aber gerne.

11. Wenn Sie einen Tag lang wieder Schüler sein könnten, in welchem Fach würden Sie am liebsten sitzen und bei wem?

Ich würde gerne mal in den Unterricht von einem der Mathekollegen reinschauen. Ich hatte selbst Mathe LK in der Schule. Ich würde gerne den Unterricht von Herrn Diener, Herrn Goecke, Herrn Kusmenko und von Herrn Niermann erleben. Bei denen bin ich nie mit im Unterricht gewesen und ich würde gerne mal wieder Matheunterricht erleben.

12. Wenn Ihre Tafel reden könnte, was würde sie über Sie erzählen?

„Benutze mich öfter.“ Ich arbeite sehr viel am iPad und mit PowerPoint- Präsentationen. Dementsprechend wird die Tafel oftmals bei mir vernachlässigt. Außer für Tafelbilder, denn das ist das Vorteil, was die Tafel noch hat. Ich kann gleichzeitig etwas über den Beamer projizieren und nebenbei zum Beispiel Gruppenergebnisse an der Tafel sammeln, sozusagen als zweiter Bildschirm.

13. Wenn Sie ein Schulfach erfinden könnten, welches wäre es und warum?

Es müsste auf jeden Fall etwas damit zu tun haben, was wir im Alltag brauchen. Zum Beispiel, wie schreibe ich eine Steuererklärung? Es mag komisch klingen, aber wie verwende ich eine Waschmaschine? In meinem Auslandsemester musste ich mich auch erst ran tasten. Wie wasche ich welchen Stoff? Wie wechsle ich einen Reifen am Auto? Also Alltagsdinge, die einen begegnen.

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