KI in der Schule

Hausaufgaben werden fotografiert, im Chat mit ChatGPT eingegeben und man hat die Perfekte Lösung – nämlich genau das, was die Lehrer hören wollen. Echt praktisch, vor allem wenn man die Aufgabenstellung nicht verstanden hat und nicht nachfragen will, weil man lieber direkt in die Pause geht. Oder wenn man wieder so viele Hausaufgaben bekommen hat, als würden die Lehrer denken, dass man nur IHR Fach in der Schule lernt. Passiert, nicht?

KI (bzw. Künstliche Intelligenz) wird von Informationen anderer Websites gefüttert. So bekommt man genau die richtige Antwort auf die Frage, die man stellt, anstatt zehn Internetseiten selbst scannen zu müssen – und vielleicht keine direkte Antwort zu finden.

Wenn Informationen jedoch falsch sind, was man nicht verhindern kann, ist KI nicht in der Lage, diese Infos herauszufiltern. Das öffnet eine große Tür, die von der KI gegebenen Aussagen zu hinterfragen. Fragst du es zum Beispiel etwas, was es gar nicht weiß, werden plötzlich Informationen ohne jeglichen Zusammenhang mit deiner eigentlichen Frage kreiert. Da ist es sehr wichtig, die gegebenen Aussagen selbst nachzuschlagen und zu überprüfen.
Lässt du KI eine Präsentation für dich machen, sieht man dir schnell an, dass du keine Ahnung vom Thema hast.
Zusammenfassungen für deine nächste Klausur sind auch nicht sinnvoll, da KI die ganze Arbeit für dich gemacht hat und du nur Anweisungen gegeben hast, mehr nicht.

Das bringt uns auch zum eigentlichen Punkt dieses Artikels. KI wurde erfunden, um dem Menschen zu helfen und Aufgaben zu erledigen, die zum Beispiel sinnlos für Menschen sind oder einfach unsere Zeit verschwenden. Nicht, um alles für uns zu tun. Vor allem wenn es etwas Wichtiges ist.

Wiederholung ist ein zentraler Bestandteil des Lernens, und KI verhindert das, wenn es Zusammenfassungen für dich erstellt.

Stell dir Folgendes vor:
Du schreibst nächste Woche eine Deutscharbeit über Gedichte und du musst die sprachlichen Mittel kennen. Anstatt ein Lernvideo zu schauen und danach selbst aufzuschreiben, was du vom Video gelernt hast, bittest du ChatGPT, die sprachlichen Mittel für dich zusammenzufassen. Dann liest du sie dir durch und denkst: Super, ist doch einfach. Oder?

Nein. Du hast nichts gelernt.

Du hast es dir nur durchgelesen, was nicht ausreicht, um Informationen einzuspeichern. Vielleicht für ein paar Minuten, mehr aber nicht, denn eigentlich hast du nichts gemacht. Wie oft lesen wir Schilder auf der Straße? Wir merken sie uns trotzdem nie. Genau das passiert, wenn du Zusammenfassungen liest.

Okay, also nochmal zum Lernvideo:

  1. Du schaust dir das Video an. Erste Wiederholung.
  2. Du schreibst danach alles auf, woran du dich erinnerst. In deinen eigenen Worten. Zweite Wiederholung.
  3. Du schaust dir das Video an (oder ein anderes zum gleichen Thema). Dritte Wiederholung.
  4. Du ergänzt nachher in deinen eigenen Worten, was du beim ersten Mal vergessen hast. Vierte Wiederholung.

Das machst du so lange, bis du dir irgendwann alles Wichtige aufgeschrieben und so auch gemerkt hast. DANN kannst du dir die Zusammenfassung von ChatGPT durchlesen. Denn das Thema kennst du nun, du lernst also nichts neues mehr, sondern wiederholst.

Wenn man aber direkt eine Zusammenfassung von KI lesen würde, weiß dein Gehirn es nicht einzusortieren und hat keine Anhaltspunkte, die es Verbinden kann. Das Ergebnis: Man hat nichts gelernt.

Bei Präsentationen könnte man das Thema recherchieren und verstehen, aber erst dann KI fragen, es zusammenzufassen und in Stichpunkten aufzuschreiben. So fallen falsche Informationen auch auf – du kennst das Thema ja bereits.

Es kommt also darauf an, wie wir mit KI umgehen. Ob wir sie als Mittel zum Zweck verwendet oder als Ausrede, um nichts zu machen.

Insgesamt ist KI aber nicht schlecht, wenn man weiß, wie damit umzugehen ist. Beispielsweise kann man es als Lernbegleiter oder Tutor nutzen, um Themen besser zu verstehen. Du kannst ChatGPT dein Thema nennen und es erstellt dir ein Quiz oder eine Probeklassenarbeit. So vertiefst du beispielsweise dein Wissen und bist besser auf die Klausur vorbereitet. Lernst du Vokabeln, kann es dich ebenfalls abfragen, ohne jegliche Gefahr, dass etwas schiefgeht.

Das heißt, du musst nicht aufhören, KI für die Schule zu nutzen. Aber wenn du es nutzen willst, sollte es erst dann passieren, nachdem du dir genug Grundwissen angeeignet hast, um nicht auf die Fehler der KI reinzufallen.

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