Albert Camus: Der Philosoph des Absurden

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Albert Camus zählt zu den bedeutendsten Denkern und Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Geboren am 7. November 1913 in Mondovi, Algerien, wurde er vor allem durch seine Werke Der Fremde und Die Pest berühmt. Doch Camus war nicht nur ein begnadeter Autor, sondern auch ein Philosoph, der sich intensiv mit der Frage nach dem Sinn des Lebens auseinandersetzte.

Das Absurde und die Revolte

Im Zentrum von Camus’ Philosophie steht das Konzept des „Absurden“. Er stellte fest, dass der Mensch nach Sinn sucht, die Welt ihm diesen aber nicht liefert. Diese Erkenntnis könnte zur Verzweiflung führen, doch Camus forderte stattdessen eine Revolte (Widerstand gegen Ungerechtigkeit oder eine absurde Situation) gegen das Absurde: Man solle das Leben dennoch bejahen und bewusst genießen.

In seinem bekanntesten Essay Der Mythos des Sisyphos beschreibt er die griechische Sagengestalt Sisyphos, die zur Strafe einen Stein ewig einen Berg hinaufrollen muss, nur damit er immer wieder hinabstürzt. Für Camus ist Sisyphos das perfekte Bild des absurden Menschen: Obwohl seine Aufgabe sinnlos ist, akzeptiert er sein Schicksal und findet darin sogar eine Form des Glücks.

Camus als Schriftsteller

Camus war nicht nur Philosoph, sondern auch Literat. Sein Roman Der Fremde erzählt die Geschichte von Meursault, einem emotionslosen Mann, der scheinbar gleichgültig durchs Leben geht und schließlich für einen Mord zum Tode verurteilt wird. Das Buch zeigt eindrucksvoll Camus’ Idee vom absurden Leben.

Ein weiteres berühmtes Werk ist Die Pest, eine Allegorie (eine erweiterte Metapher, bei der eine Geschichte oder ein Bild eine tiefere, abstraktere Bedeutung hat) auf den Faschismus (Eine diktatorische, unterdrückende Ideologie, die extreme Kontrolle und Nationalismus betont.)

Die Geschichte spielt in der von einer Seuche heimgesuchten Stadt Oran und stellt die Frage, wie Menschen mit Leid und Tod umgehen. Für Camus gibt es nur eine Antwort: Solidarität.

Camus und der Existenzialismus

Oft wird Camus mit dem Existenzialismus (eine Philosophie, die betont, dass der Mensch seinen eigenen Sinn im Leben selbst erschaffen muss) in Verbindung gebracht, insbesondere mit Jean-Paul Sartre. Doch während Sartre glaubte, dass der Mensch seinen eigenen Sinn erschaffen kann, hielt Camus daran fest, dass das Leben im Kern sinnlos bleibt und man gerade darin seine Freiheit findet.

Ein kurzes Leben, ein großes Erbe

1957 erhielt Camus den Literaturnobelpreis, doch sein Leben endete tragisch früh: Am 4. Januar 1960 starb er mit nur 46 Jahren bei einem Autounfall. Seine Werke und Gedanken aber sind bis heute aktuell. Sie fordern uns auf, die Absurdität des Lebens nicht als Last zu sehen, sondern als Herausforderung und jeden Moment bewusst zu erleben.

Albert Camus bleibt einer der faszinierendsten Denker der modernen Zeit. Seine Ideen sind nicht nur für Philosophen relevant, sondern für jeden, der sich fragt, was das Leben eigentlich bedeutet.

Bildnachweis: Von Photograph by United Press International, Gemeinfrei, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=4176081


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