Mikroplastik ist längst kein unsichtbares Problem mehr. Henry Hamann, Nisa Ens und Ömer Calik aus der 10b haben sich im Rahmen des Wettbewerbs „Jugend forscht“ genau mit dieser Thematik beschäftigt und untersucht, wie sich Mikroplastik auf Pflanzen auswirkt. Für ihr Engagement wurden sie mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. Im Interview erzählen sie von Herausforderungen, Zweifeln und ihrem Weg zum Erfolg.
🎤 Was genau ist „Jugend forscht“ und wie läuft der Prozess dahinter ab?
Nisa. E: „Jugend forscht“ ist ein naturwissenschaftlicher Wettbewerb, der sich an Schüler*innen zwischen 15 und 21 Jahren richtet. Die Teilnehmenden entwickeln eine eigene Forschungsfrage, führen dazu diverse Experimente durch und präsentieren ihre Ergebnisse anschließend vor einer Jury.“
🎤 Wie seid ihr auf den Wettbewerb gekommen? Was hat euch dazu bewegt, selbst daran teilzunehmen?
Ömer. C: „Herr Welz hat uns auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht. Anfangs waren wir uns jedoch noch unsicher, da uns der Wettbewerb bislang völlig unbekannt war. Letztlich haben wir uns dazu entschieden, dem Ganzen eine Chance zu geben. Lustigerweise hatte Nisa zunächst gar nicht vor, teilzunehmen – Henry und ich konnten sie schließlich doch noch überreden (lacht).“
🎤 Worum geht es in eurem Projekt?
Nisa. E: „Wir haben gemeinsam untersucht, wie sich Mikroplastik auf Pflanzen auswirkt. Dazu haben wir Mikroplastiklösungen hergestellt und damit verschiedene Samen bewässert, um ihr Wachstum über einen bestimmten Zeitraum zu beobachten.“
🎤 Wie seid ihr auf dieses Thema gekommen?
Ömer. C: „Es war schnell klar, dass wir unseren Schwerpunkt auf die Biologie legen möchten. Auf Mikroplastik haben wir uns geeinigt, da es ein gesellschaftlich sehr relevantes Thema ist und es in Zukunft vermutlich noch größere Auswirkungen haben wird.“
Nisa. E: „Anfangs waren wir uns jedoch nicht einig, ob wir Mikroplastik auf Einzeller oder Mehrzeller untersuchen sollten. Letztlich entschieden wir uns für die Mehrzeller.“
🎤 Was war die größte Herausforderung während eurer Arbeit, und wie habt ihr sie gemeinsam bewältigt?
Nisa. E: „Definitiv die Bewässerung. Dadurch, dass wir am Wochenende keinen Zugang zur Schule hatten, sind einige unserer Pflanzen zwischenzeitlich vertrocknet. Hinzu kam, dass ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt unser zweiwöchiges Betriebspraktikum anstand.“
Ömer. C: „Somit mussten wir unsere Mittagspausen in der Schule verbringen und genau planen, wer sich wann um die Pflanzen kümmert. Außerdem waren wir darauf angewiesen, dass uns eine Lehrkraft regelmäßig den Raum aufschließt.“
🎤 Gab es einen Moment, in dem ihr fast aufgegeben hättet – oder einen besonders schönen Erfolg?
Nisa. E: „Zwischenzeitlich hatten unsere Pflanzen mit Pilzbefall zu kämpfen, weshalb wir die befürchteten, dass unsere Ergebnisse verfälscht sein könnten. Beim Schreiben des Protokolls stellten wir jedoch fest, dass unsere Sorgen unberechtigt waren – unsere Ergebnisse waren letztlich gut.“
Henry.H: „Ein besonderer Erfolg war natürlich der zweite Platz – und die damit verbundene Aufmerksamkeit durch die Presse.“
🎤 Was habt ihr durch Jugend forscht gelernt?
Henry. H: „Wir haben gelernt, eigenständig wissenschaftlich zu arbeiten und Experimente über einen längeren Zeitraum sorgfältig zu planen.“
Ömer. C: „Und vor allem, nicht aufzugeben – auch dann nicht, wenn es zwischendurch Rückschläge gibt.“
🎤 Wie war es, euer Projekt der Jury vorzustellen?
Nisa. E: „Es war anders als erwartet. Wir dachten zunächst, es würde sehr lange und anstrengend werden, aber allein der Aufbau unseres Standes samt Plakate und Materialien ging schneller als gedacht. Kurz vor dem Jurygespräch waren wir etwas nervös, aber es war letztlich halb so schlimm. Außerdem haben wir sogar neue Freundschaften geschlossen.“
🎤 Was würdet ihr anderen Schüler*innen sagen, die überlegen, selbst teilzunehmen?
Henry. H: „Macht mit und gebt nicht auf – ihr habt schließlich nichts zu verlieren!“
Ömer. C: „Nehmt zahlreich teil, zumal unsere Schule in diesem Wettbewerb noch stark unterrepräsentiert ist!“
Nisa. E: „Traut euch! Ich wollte anfangs gar nicht teilnehmen und bereue es heute überhaupt nicht.“
Ich bedanke mich für das offene Interview und gratuliere den dreien ganz herzlich zu ihrem zweiten Platz bei „Jugend forscht“. Eine beeindruckende Leistung, auf die sie stolz sein können!
Ihr überlegt, selbst bei „Jugend forscht“ mitzumachen? Traut euch! Entwickelt eure eigene Forschungsfrage, experimentiert, sammelt Erfahrungen – und zeigt, was ihr draufhabt. Wer weiß, vielleicht steht ihr schon bald selbst auf dem Siegerpodest…?🥇🥈🥉

