Während der Projektwoche vom 9. bis 14. Juli arbeiteten die Schülerinnen und Schüler des Brackweder Gymnasiums an den unterschiedlichsten Projekten. Im Mittelpunkt stand das Thema Nachhaltigkeit, das auf ganz verschiedene Arten umgesetzt wurde. Ob Klimaschutz, fairer Handel, Erste Hilfe oder Astronomie – jede Gruppe beschäftigte sich mit einem eigenen Schwerpunkt und bereitete ihre Ergebnisse für die Präsentation am 15. Juli vor.Wir von der Projektzeitung haben einige Projekte besucht und mit Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern gesprochen. Dabei wollten wir wissen, woran sie gearbeitet haben, was sie überrascht hat und welche Erfahrungen sie aus der Projektwoche mitnehmen. Hier findet ihr einen Einblick in einige der Projekte.
Im Projekt „Nachhaltige Schokolade“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit dem Weg der Schokolade – von der Kakaobohne bis ins Supermarktregal. Dabei erfuhren sie, wie Kakao angebaut wird, unter welchen Bedingungen viele Menschen arbeiten und woran man fair gehandelte Schokolade erkennen kann.Frau Bundgaard beschreibt das Projekt als „nachhaltig, informativ und lehrreich“. Sie begleitet das Projekt bereits zum zweiten Mal und konnte viele Erfahrungen aus dem Vorjahr nutzen. Lia, Gülistan, Anastasiia, Sara, David, Jahanis, Simon und Lea erzählten, dass sie besonders das Thema Kinderarbeit bewegt hat. Viele waren überrascht, dass Kinder in einigen Anbauländern schon früh auf Kakaoplantagen arbeiten müssen und deshalb oft keine Schule besuchen können. Auch der lange Weg der Schokolade bis nach Europa hat viele beeindruckt. Nach der Projektwoche möchten viele bewusster einkaufen und stärker auf Fairtrade-Siegel achten.
Im Projekt „Klimakonferenz“ schlüpften die Schülerinnen und Schüler in die Rolle verschiedener Länder, die besonders stark vom Klimawandel betroffen sind. Dafür informierten sie sich über die Situation ihres Landes, produzierten eine Nachrichtensendung und entwickelten Forderungen für eine gemeinsame Klimakonferenz. Frau Niekamp fasst ihr Projekt mit den Worten „interaktiv, zukunftsgewandt und spannend“ zusammen. Besonders herausfordernd sei es, die Situation eines Landes genau zu verstehen und realistische Lösungen für die Folgen des Klimawandels zu entwickeln. Berat Demirkan, Sare-Elif, Ella und Hira berichteten, dass sie sich intensiv mit Ländern wie Peru und China beschäftigt haben. Dabei setzten sie sich mit den Auswirkungen des Klimawandels auseinander und entwickelten passende Maßnahmen, die sie später in der Klimakonferenz vertreten wollten. Das Projekt zeigte ihnen, wie schwierig es sein kann, unterschiedliche Interessen zu vertreten und gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Im Projekt „Fit für den Ernstfall“ von Herrn Horstmann und Frau Pankoke lernten die Schülerinnen und Schüler, wie sie in Notfallsituationen richtig handeln und im Ernstfall Leben retten können. Im Mittelpunkt standen die Grundlagen der Ersten Hilfe und der Reanimation sowie die Sicherheit, in einer Notsituation schnell und richtig zu reagieren. Frau Pankoke fasst das Projekt mit dem Motto „Prüfen, Rufen, Drücken“ zusammen. Zuerst wird überprüft, ob die betroffene Person ansprechbar ist und normal atmet. Anschließend wird der Notruf über die 112 gewählt und, wenn nötig, sofort mit der Herzdruckmassage begonnen. Dieses einfache Schema soll helfen, auch in stressigen Situationen richtig zu handeln. Henri, Michelle und Elias erzählten, dass ihnen vor allem die praktischen Übungen und der Ausflug ins Krankenhaus besonders gut gefallen haben. Dort konnten sie den Rettungsdienst kennenlernen und ihr Wissen direkt anwenden. Besonders spannend fanden sie zu lernen, wie man erkennt, ob eine Person bewusstlos ist und warum im Notfall jede Minute zählt.
Im Projekt „Street Art“ beschäftigen sich die Schülerinnen und Schüler damit, wie das Schulleitbild des Brackweder Gymnasiums künstlerisch dargestellt werden kann. Ziel ist es, eine große Wand im Flur des Forums zu gestalten und dort wichtige Werte der Schule sichtbar zu machen. Zu Beginn setzte sich die Gruppe mit dem Schulleitbild auseinander und sammelte bei einer Street-Art-Tour durch Bielefeld verschiedene Ideen und Inspirationen für die eigene Gestaltung. Frau Schober und Frau Braach beschreiben das Projekt mit den drei Worten „kreativ, vielfältig und teambildend“. Besonders spannend finden sie, dass sich die Gruppen während der Projektwoche neu zusammengefunden haben und viele unterschiedliche Ideen entstehen. Gleichzeitig sei die kurze Zeit eine Herausforderung, da gerade kreative Prozesse viel Planung benötigen. Die Schülerinnen und Schüler Melek und Kristina arbeiten an der Umsetzung ihrer Ideen. Sie möchten wichtige Schlagwörter des Schulleitbildes auf Luftballons darstellen. Diese sollen zeigen, dass die Werte der Schule nur durch Zusammenhalt und Zusammenarbeit erreicht werden können.
Im Projekt „Finanzen DIY“ drehte sich alles um den bewussten Umgang mit Geld und finanzielle Entscheidungen im Alltag. Herr Niermann wollte den Schülerinnen und Schülern zeigen, dass Finanzwissen schon in jungen Jahren wichtig ist und dabei helfen kann, spätere Entscheidungen sicherer zu treffen. Sein Projekt beschreibt er mit den Begriffen „Selbstbestimmtheit, Informiertheit und kritisches Denken“. Besonders wichtig ist ihm, dass die Teilnehmenden keine Scheu vor dem Thema Finanzen haben und lernen, Informationen kritisch zu hinterfragen. Mit dem bisherigen Verlauf der Projektwoche zeigte er sich zufrieden, möchte einige Gruppenarbeitsphasen beim nächsten Mal aber noch weiter verbessern. Blend, Julius, Timo, Nick und Maxim berichteten, dass sie viele neue Einblicke in den Umgang mit Geld gewonnen haben. Besonders hilfreich fanden sie die praktischen Tipps, die sich auch im Alltag anwenden lassen und ihnen einen besseren Überblick über finanzielle Entscheidungen geben.
Im Projekt „Green Green“ arbeiteten die Schülerinnen und Schüler daran, das Brackweder Gymnasium nachhaltiger und grüner zu gestalten. Gemeinsam entwickelten sie Ideen, mit denen das Schulgelände verschönert und gleichzeitig ein Beitrag zum Umwelt- und Naturschutz geleistet werden kann. Frau Sievert beschreibt das Projekt mit den Worten „aktiv, kreativ und grün“. Besonders gefreut hat sie, dass die Gruppe schnell zusammengefunden und mit viel Motivation an den verschiedenen Aufgaben gearbeitet hat. Auch in einer zukünftigen Projektwoche würde sie das Projekt gerne wieder anbieten. Die Schülerinnen und Schüler erzählten, dass ihnen vor allem die praktischen Aufgaben viel Spaß gemacht haben. Ein besonderes Highlight war das Bauen und Gestalten eines Insektenhotels, bei dem sie ihre eigenen Ideen umsetzen und gleichzeitig etwas für die Natur tun konnten.
Im Projekt „Smartphones nachhaltig nutzen“ beschäftigten sich die Schülerinnen und Schüler mit der Frage, wie Smartphones umweltfreundlicher genutzt werden können. Dabei ging es unter anderem um die Herkunft wichtiger Rohstoffe, das Recycling alter Geräte und die Frage, wann sich eine Reparatur mehr lohnt als ein Neukauf. Herr Göcke beschreibt sein Projekt mit den Begriffen „Smartphones, Recycling und Erkenntnisgewinn“. Ziel ist es, zu zeigen, wie viele wertvolle Rohstoffe in einem Smartphone stecken und warum es wichtig ist, Geräte möglichst lange zu nutzen oder zu reparieren. Besonders gut gefiel ihm die Arbeit in Kleingruppen, da sich jede Gruppe intensiv mit einem eigenen Thema beschäftigen konnte. Nikos, Jano, Arda, Onur, Melina und Zehra erzählten, dass sie sich unter anderem mit Rohstoffen wie Gold, Eisen und Lithium beschäftigt haben. Dabei erfuhren sie, unter welchen Bedingungen diese abgebaut werden und wie wenig die Menschen in manchen Ländern dafür verdienen. Eine weitere Gruppe untersuchte, wann sich eine Reparatur lohnt und welche Bauteile an Smartphones besonders häufig kaputtgehen
Im Projekt „Exoplaneten – Auf der Suche nach einer zweiten Erde“ drehte sich alles um die Frage, ob es außerhalb unseres Sonnensystems Planeten gibt, auf denen Leben möglich wäre. Dafür lernten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Forschungsmethoden kennen und entwickelten gemeinsam ein Computerspiel rund um die Suche nach Exoplaneten. Herr Diener beschreibt das Projekt mit den Worten „spontan, spaßig und lehrreich“. Besonders gut gefiel ihm die Idee, wissenschaftliche Inhalte kreativ umzusetzen. Beim nächsten Mal würde er den Schülerinnen und Schülern noch mehr Freiraum geben, ihre eigenen Ideen einzubringen. Lea und Swim erzählten, dass ihnen vor allem die Entwicklung des Computerspiels Spaß gemacht hat. Besonders spannend fanden sie den Gedanken, dass es außerhalb unseres Sonnensystems möglicherweise Planeten gibt, auf denen Menschen theoretisch einmal leben könnten.
Im Projekt „Upcycling“ entstanden aus alten Holzpaletten und ausrangierten Schulmöbeln neue Sitzgelegenheiten für den Schulhof. Die Paletten wurden abgeschliffen, gestrichen und anschließend zu Bänken und einer Strandliege zusammengebaut. So bekamen alte Materialien einen neuen Zweck. Herr Greiner fasst das Projekt mit den Begriffen „altes Holz, neu und verwenden“ zusammen. Besonders zufrieden war er mit den Ergebnissen der Gruppe. Beim nächsten Mal würde er das Projekt erneut anbieten, allerdings mit weniger Teilnehmenden, damit die Betreuung einfacher wird. Finja, Asya, Jannik, Imran, Tom, Matan, Bilal und Rafet berichteten, dass ihnen vor allem die praktische Arbeit gefallen hat. Als größte Herausforderung nannten sie das Schleifen der Holzpaletten, da dabei besonders sorgfältig gearbeitet werden musste. Umso größer war die Freude, als die fertigen Bänke und die Strandliege am Ende standen.
Im Projekt „Hinschauen statt wegsehen“ setzen sich die Schülerinnen und Schüler mit Themen auseinander, über die im Alltag oft zu wenig gesprochen wird. Gemeinsam beschäftigen sie sich mit Extremismus, häuslicher Gewalt, psychischen Erkrankungen und Neurodivergenz. Ziel des Projekts ist es, Vorurteile abzubauen, aufzuklären und zu zeigen, wie man in schwierigen Situationen helfen oder Unterstützung holen kann. Projektleiterin Frau Irfan beschreibt das Projekt mit den drei Worten „intensiv, persönlich und Aufklärung“. Besonders wichtig ist ihr, dass die Schülerinnen und Schüler lernen, Warnsignale zu erkennen und wissen, an wen sie sich wenden können, wenn sie sich Sorgen um andere machen. Sie lobte außerdem die offene und vertrauensvolle Atmosphäre in der Gruppe. Am liebsten würde sie die Projektwoche sogar verlängern, da viele Themen noch mehr Zeit verdienen würden. Im Interview mit Julia, Lediona, Elfi und Ceren wurde deutlich, dass das Projekt ihren Blick auf viele gesellschaftliche Themen verändert hat. Besonders positiv fanden sie, dass offen über schwierige Themen gesprochen wurde und sie dadurch neue Perspektiven kennenlernen konnten. Die Schülerinnen und Schüler betonten, wie wichtig solche Aufklärung ist, da viele Menschen Vorurteile haben oder nicht wissen, wie sie in bestimmten Situationen reagieren sollen.
Beren, Zeynep

