Wenn das Handy mitschläft: Die traurige Wahrheit hinter Sleep Calls

Wenn das Handy mitschläft: Die traurige Wahrheit hinter Sleep Calls

Die Stille der Nacht kann erdrückend sein, besonders wenn die Dunkelheit kommt und die Einsamkeit im eigenen Zimmer unerträglich wird. Um diese Leere zu füllen, flüchten sich immer mehr Jugendliche in sogenannte „Sleep Calls“. Was eins als vertrautes, harmloses Einschlafen mit dem Partner oder engen Freunden begann, ist im Internet längst zu einem traurigen Geschäft herangewachsen. Wer im echten Leben niemanden mehr hat, der ihm zuhört oder die Stille teilt, kauft sich die Nähe einfach per Mausklick.

Auf Plattformen wie E-Pal oder über spezielle Discord-Server bezahlen Jugendliche Fremde dafür, die ganze Nacht am Telefon zu bleiben, um das Gefühl des Alleinseins zu betäuben. Das gleichmäßige Atmen oder leise Rascheln aus dem Lautsprecher täuscht eine Geborgenheit vor, die es in ihrer Realität gerade nicht gibt. Doch diese digitale Zuflucht hat ihren Preis. Und das nicht nur finanziell.

Studien der Universität Basel und Berichte im Standard zeigen die bittere Realität hinter dem Phänomen: Es ist der oft verzweifelte Versuch, nächtliche Grübelspiralen und Isolation zu bekämpfen. Am Ende bleibt jedoch meistens nur eine gekaufte, digitale Illusion. Am nächsten Morgen folgt das Erwachen in einer Welt, in der die Isolation im realen Leben trotz des nächtlichen Telefonats bestehen bleibt. Während die ständige Erreichbarkeit und das Handylicht zusätzlich den gesunden Schlaf rauben.

Milla

Quellen:

  • E-Pal
  • Discord
  • Reddit
  • Der Standard
  • Rheinische Post
  • Universität Basel

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