Künstliche Intelligenz und wir: Ein Blick auf Nutzen, Probleme und Verantwortung

Künstliche Intelligenz und wir: Ein Blick auf Nutzen, Probleme und Verantwortung

Wenn wir heute über künstliche Intelligenz sprechen, merken wir schnell, dass viele Menschen zwar den Begriff kennen, aber nicht genau erklären können, was KI eigentlich ist. Deshalb stellen wir uns zu Beginn die Frage, ob wir selbst eine klare Definition geben könnten. Der Duden beschreibt KI als die „Fähigkeit bestimmter Computerprogramme, menschliche Intelligenz nachzuahmen“. Diese Erklärung hilft uns, doch sie zeigt nur einen kleinen Teil dessen, was KI heute kann. KI schreibt Texte, malt Bilder, komponiert Musik, erkennt Gesichter, führt Gespräche und kann sogar Videos erstellen, die wie echte Aufnahmen aussehen. Dadurch verändert KI unsere Schule, unsere Freizeit und unsere Gesellschaft.

Studien zeigen, wie stark KI bereits genutzt wird. Laut der OECD verwenden über 60 % der Jugendlichen in Europa mindestens einmal pro Woche KI‑Programme für die Schule oder kreative Projekte. Gleichzeitig sagen fast die Hälfte der Erwachsenen, dass sie nicht sicher erkennen können, ob ein Bild oder Text von einem Menschen oder einer KI stammt. Das zeigt, wie schnell sich KI entwickelt und wie wichtig es ist, dass wir verstehen, was dahinter steckt.

Zuerst schauen wir auf die positiven Seiten. In der Schule hilft uns KI beim Lernen. Programme können Aufgaben an unser Niveau anpassen, Texte vereinfachen oder schwierige Themen erklären. KI kann uns beim Schreiben unterstützen, beim Übersetzen oder beim Erstellen von Präsentationen. Auch in der Medizin ist KI sehr nützlich. Eine Studie der Harvard Medical School zeigt, dass KI‑Programme bestimmte Krebsarten früher erkennen können als manche Ärzt*innen. Außerdem hilft KI Menschen mit Behinderungen, zum Beispiel durch automatische Untertitel oder Sprachsteuerung. KI kann also vieles erleichtern und verbessern.

Aber KI hat auch Schattenseiten, die oft unterschätzt werden. Ein wichtiger Punkt ist die Umwelt. Große KI‑Modelle brauchen sehr viel Energie. Forschende der University of Massachusetts Amherst haben herausgefunden, dass das Training eines einzigen KI‑Modells bis zu 284 Tonnen CO₂ verursachen kann. Das entspricht mehreren Flugreisen zwischen Frankfurt und New York. Das bedeutet: KI ist nicht „unsichtbar“. Sie hat einen Preis, den die Umwelt bezahlt.

Besonders gefährlich sind KI‑Deepfakes. Das sind Bilder oder Videos, die so echt aussehen, dass man kaum erkennt, dass sie gefälscht sind. Damit kann man Menschen bloßstellen, mobben oder erpressen. Ein bekanntes Beispiel ist der Fall der Schauspielerin Collien Ulmen‑Fernandes, deren Gesicht ohne ihre Erlaubnis in sexuelle Deepfake‑Videos eingefügt wurde. Das verletzt ihre Rechte und zeigt, wie schlimm KI‑Missbrauch sein kann.

In Deutschland gibt es Gesetze, die solche Fälle betreffen, zum Beispiel:

§ 185 StGB – Beleidigung 
§ 186 StGB – Üble Nachrede 
§ 187 StGB – Verleumdung 
§ 201a StGB – Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereichs 
§ 238 StGB – Nachstellung (Stalking) 

Diese Gesetze schützen Menschen, aber sie wurden geschrieben, bevor KI so mächtig war. Deshalb passen sie nicht perfekt zu Deepfakes. Deutschland ist bei KI‑Gesetzen noch langsam. Die EU ist schneller: Der EU AI Act ist das erste große KI‑Gesetz der Welt. Er sagt, dass Deepfakes „Hochrisiko‑KI“ sind und klare Regeln brauchen, zum Beispiel Kennzeichnungspflichten.

Ein weiterer wichtiger Bereich ist die Kunst. Kunst ist etwas, das uns Menschen besonders macht. Wir malen, schreiben, spielen Musik, drehen Filme und erzählen Geschichten. KI kann das inzwischen auch. Sie malt Bilder, die wie echte Kunst aussehen, schreibt Songs, die wie Popmusik klingen, und erstellt Werbespots, ohne dass Schauspieler gebraucht werden. Viele Firmen nutzen KI, weil sie dadurch Geld sparen. Sie müssen keine Künstler bezahlen, keine Studios mieten und keine Schauspieler engagieren.

Das Problem ist: KI hat keine Gefühle. Sie versteht nicht, was Trauer, Freude oder Erinnerung bedeutet. Sie kopiert nur Muster, die sie aus Millionen echten Werken gelernt hat. Eine Studie der European Creative Industry Alliance zeigt, dass in den nächsten zehn Jahren bis zu 30 % der kreativen Jobs gefährdet sein könnten, weil KI immer mehr übernimmt. Das betrifft Illustratorinnen, Musikerinnen, Schauspielerinnen, Synchronsprecherinnen und viele andere. Wenn KI Kunst übernimmt, verlieren wir nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch menschliche Kreativität und Vielfalt.

Außerdem verändert KI unser Denken. Wenn wir zu oft KI benutzen, werden wir bequem. Wir schreiben nicht mehr selbst, wir denken nicht mehr selbst, wir lösen Probleme nicht mehr selbst. Studien der Stanford University zeigen, dass Menschen, die sehr viel KI nutzen, schlechter darin werden, eigene Lösungen zu finden. KI kann uns helfen, aber sie darf uns nicht ersetzen.

Insgesamt sehen wir, dass KI viele Chancen bietet, aber auch große Risiken. Sie verändert unsere Schule, unsere Umwelt, unsere Rechte, unsere Kunst und unser Denken.

Wir haben Schüler*innen an unserer Schule nach ihrer Meinung gefragt. Dafür haben wir zwei Verfahren angewendet. Einer Schülergruppe haben wir drei Bildpaare gezeigt und sie gebeten das KI-Bild zu identifizieren. In dem anderen Verfahren fragten wir Schüler*innen nach ihrer Erfahrung und ihren Umgang mit KI.

Bei dem ersten Verfahren schilderten Schüler*innen Erfahrungen sowie ihre Einblicke in den praktischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz, was einen wesentlichen Baustein unseres Artikels darstellt. Dabei haben wir bewusst sowohl jüngere als auch ältere Schüler*innen befragt, um herauszufinden, wie unterschiedlich die Generationen künstliche Intelligenz wahrnehmen. Die Umfrage bestand aus vier Leitfragen, die wir allen Teilnehmenden gestellt haben:

Wie würdest du KI erklären? Wofür benutzt du KI? Wo begegnet dir KI in der Schule? Und wie ist deine Meinung zur KI‑Nutzung? 

Diese Fragen halfen uns, ein umfassendes Bild davon zu bekommen, wie KI im Schulalltag erlebt wird und welche Sorgen oder Hoffnungen damit verbunden sind.

Bei der ersten Frage, „Wie würdest du KI erklären?“, zeigte sich ein deutlicher Unterschied zwischen jüngeren und älteren Schülerinnen. Viele jüngere Schülerinnen beschrieben KI als ein „Tool, das dir Antworten gibt“ oder als „Hilfsmittel, das Informationen sammelt“. Mehrere von ihnen sagten, dass KI „Bilder generieren“ könne, und einige betonten, dass KI „ein nützlicher Helfer“ sei. Gleichzeitig wurde aber auch häufig erwähnt, dass KI „sehr viel falsch“ machen könne. Ältere Schüler*innen formulierten ihre Antworten differenzierter. Sie erklärten KI als „hilfreiches Mittel zur Unterstützung der Produktivität“, betonten aber auch, dass „Menschen nicht ersetzt werden dürfen“. Interessant war, dass viele jüngere Schülerinnen zwar wussten, was KI macht, aber nicht genau erklären konnten, was KI ist. Das zeigt, dass KI für viele selbstverständlich geworden ist, ohne dass sie die dahinterliegende Technologie verstehen.

Auf die zweite Frage, „Wofür benutzt du KI?“, antworteten die meisten Schülerinnen ähnlich. Sehr viele Antworten entfielen auf „Recherche“, was zeigt, dass KI vor allem als Informationsquelle genutzt wird. Viele gaben an, KI für „Hausaufgaben“ zu verwenden, manche für „Bilder generieren“. Besonders auffällig war, dass viele Schülerinnen sagten, KI „unterstützt im Schultag“. Das bedeutet, dass KI nicht nur für einzelne Aufgaben genutzt wird, sondern bereits Teil des täglichen Lernens geworden ist. Jüngere Schülerinnen nutzen KI oft spielerisch, zum Beispiel um Bilder zu erstellen, während ältere Schülerinnen KI eher für schulische Zwecke einsetzen und das Vorbereiten auf Klausuren.

Die dritte Frage, „Wo begegnet dir KI in der Schule?“, brachte spannende Ergebnisse. Viele Schülerinnen berichteten, dass Lehrkräfte KI nutzen, um Arbeitsblätter zu erstellen. Einige erwähnten „Listening‑Quizzes“ oder „Vokabeltests“, die mit KI erstellt wurden. Jüngere Schülerinnen sagten, dass sie KI zur Recherche für Plakate verwenden. Gleichzeitig gab es auch kritische Stimmen: Manche Schüler*innen meinten, dass sie KI „benutzen, obwohl ihnen bewusst ist, dass es schlecht ist“. Ein paar sagten sogar, KI „sollte nicht weiterentwickelt werden“. Andere wiederum gaben an, dass KI ihnen im Unterricht kaum begegnet. Diese Vielfalt zeigt, dass KI zwar präsent ist, aber nicht überall gleich stark genutzt wird

Die vierte Frage, „Wie ist deine Meinung zur KI‑Nutzung?“, zeigte die größten Unterschiede zwischen den Altersgruppen. Ältere Schülerinnen äußerten häufiger Sorgen. Einige sagten, KI sei „ein gutes Tool, bis es die Menschheit ersetzt“. Andere fanden KI „in bestimmten Bereichen sinnvoll, aber in Kunst und Musik nicht gut“. Viele betonten, dass KI „keine Quelle“ sei und dass man KI‑Antworten kritisch prüfen müsse. Besonders oft wurde erwähnt, dass KI „schädlich für die Umwelt“ sei, auch wenn manche anmerkten, dass „es Dinge gibt, die schädlicher sind“. Jüngere Schülerinnen hingegen bewerteten KI häufiger positiv und sagten einfach „gut“. Gleichzeitig zeigte sich, dass jüngere Schüler*innen sich der Nachteile oft nicht bewusst sind.

Insgesamt zeigt die Umfrage, dass KI im Schulalltag eine große Rolle spielt, aber sehr unterschiedlich wahrgenommen wird. Jüngere Schülerinnen sehen KI eher als praktisches Werkzeug, während ältere Schülerinnen stärker über Risiken nachdenken, zum Beispiel über Umweltbelastung, falsche Informationen oder den Verlust menschlicher Kreativität. Die Antworten waren relativ differenziert, jedoch konnten wir ein gutes Meinungsbild von den Schüler*innen erhalten. Dadurch konnten wir ein realistisches Bild davon gewinnen, wie KI an unserer Schule erlebt wird und welche Fragen und Sorgen die Schüler*innen beschäftigen.

Im zweiten Verfahren haben wir die Schüler zunächst gefragt, ob sie denken, das KI-Bilder und Fotografien unterscheiden können. Viele Schülerinnen und Schüler waren sich sicher die Bilder, zumindest zum Teil, unterscheiden zu können.
Nachdem wir die Schüler*innen nach ihrer Selbsteinschätzung gefragt haben, ging es nun darum dies zu prüfen.
Wir zeigten ihnen drei Bildpaare ( siehe unten), bestehend aus einem Foto und einem KI-Bild.
Das Ergebnis fiel positiv aus. Der Großteil der Schüler*innen konnten das KI-Bild identifizieren.
Fehler traten nur vereinzelt bei älteren Schüler*innen auf. Diese konnten den KI-Burger und die KI-Blumen nicht von den realen unterscheiden.
Teilweise waren die Schüler*innen so skeptisch, dass sie sogar vermuteten, dass es sich bei beiden Bildern um KI handelt.
Auffällig war ebenfalls, dass die Schüler*innen sich großteils richtig eingeschätzt haben. Diejenigen, die sich nicht sicher waren, ob sie alles erkennen, neigten eher dazu Fehler zu machen. 
Zusammenfassend ist zu erkennen, dass die Schüler*innen sich ihrer Fähigkeiten relativ bewusst sind und KI erkennen können. Es muss allerdings bedacht werden, dass die Befragten sich darüber bewusst waren, dass eins der Bilder KI generiert ist. Wir alle begegnen in unserem Alltag allerdings KI Inhalten ohne das wir uns dem bewusst sind. Ob die Befragten immer noch KI Medien im Internet erkennen würden, bleibt unklar.

Wir sehen also, dass die KI ziemlich präsent in unserer aller Alltag ist, ob nun privat oder schulisch. Obwohl sie uns viel unterstützen kann, müssen wir jedoch erkennen, dass sie häufig unüberlegt benutzt wird. Es stellt sich folglich die Frage: Wie können wir verantwortungsvoll und bewusst künstliche Intelligenz verwenden?

Es gibt einige Fragen und Tipps, die uns helfen einzuschätzen, wann und wie wir sinnvoll KI nutzen können.

1: Reicht eine einfache Internet Recherche?

Wenn wir eine Information suchen reicht es manchmal aus eine normale Internet Rechereche durchzuführen ohne dafür die KI zu fragen. Es gibt genug Informationen und gute Quellen um die passende Antwort auf jegliche Fragen zu finden. Ein großer Vorteil von einer einfachen Internetrecherche ist, das man direkt die Quelle sehen kann. Viele künstliche Intelligenzen sind nicht transparent, wenn es darum geht woher die Inhalte stammen, was dazu führen kann das Fake-News sich leichter verbreiten können.

2: Nachhaltige künstliche Intelligenz verwenden

Vorallem im Kontext des Umweltschutzes steht KI häufig in der Kritik. Wenn man sich also doch mal dafür entscheidet KI zu nutzten, sollte man möglichst eine nachhaltige KI verwenden. Ein solche KI ist z.B. die KI von der Suchmaschine Ecosia1, welche im Vergleich zu anderen Programmen ressourcenschonender arbeitet und ihren Gewinn vollständig in den Umweltschutz investiert.

3: Seid euch über Regeln bewusst

Die Nutzung der KI unterliegt natürlich auch Regeln und Gesetze. Macht euch bewusst, was ihr mit KI generieren dürft und was nicht. Recherchiert wenn ihr euch nicht sicher seid, was Reglungen betrifft. Leichtsinniges Handeln kann ernsthafte Konsequenzen haben, weswegen es wichtig ist bewusst künstliche Intelligenz zu nutzen.

4: Seid kritisch und hinterfragt

Fake News können sich überall verbreiten, davon ist die KI nicht ausgeschlossen. Wir müssen also vorsichtig und kritisch sein. Die Gefahr liegt vorallem darin, dass KI sehr überzeugend wirkt und von vielen als „allwissend“ angesehen wird. Es ist wichtig uns bewusst zu machen, dass dies nicht der Fall ist.

Wir sehen also, dass hinter der KI mehr steckt als ein System welches auf jede Frage eine Antwort liefert. Hinter Künstlicher Intelligenz verbergen sich Chancen und Risiken, die unsere Gesellschaft, Umwelt, Schule und uns persönlich beeinflussen.

Wer KI verwendet muss sich selbst fragen: Wie gut ist meine Medienkompetenz wenn es um KI geht? Bin ich mir meines eigenen KI-Konsums bewusst? Handle ich verantwortungsvoll?

Es reicht nicht wenn wir uns diese Fragen einmal stellen. Vorallem mit der ständigen Optimierung von KI müssen wir Nutzer*innen uns in einen regelmäßigen Prozess der Selbstreflexion begeben.

Amira, Lotta, Zeynep


Quellen

EU AI Act – Offizielle Dokumente https://artificialintelligenceact.eu (letzter Aufruf: 14.07.2026)

Europäische Kommission – KI-Regulierung https://digital-strategy.ec.europa.eu (digital-strategy.ec.europa.eu)(letzter Aufruf: 14.07.2026)

DSGVO – Volltext https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2016/679/oj (eur-lex.europa.eu )(letzter Aufruf: 14.07.2026)

Bundesministerium der Justiz – Strafgesetzbuch https://www.gesetze-im-internet.de/stgb(letzter Aufruf: 14.07.2026)

Europol – Bericht zu Deepfakes https://www.europol.europa.eu(letzter Aufruf: 14.07.2026)

MIT Technology Review – Umweltkosten von KI https://www.technologyreview.com(letzter Aufruf: 14.07.2026)

UNESCO – KI und Ethik https://unesdoc.unesco.org(letzter Aufruf: 14.07.2026)

https://wwww.duden.de(letzter Aufruf: 14.07.2026)

https://hms.harvard.edu/news/artificial-intelligence-healthcare(letzter Aufruf: 14.07.2026)

https://www.oecd.org/en/publications/oecd-digital-education-outlook-2026_062a7394-en.html(letzter Aufruf: 14.07.2026)

https://de.blog.ecosia.org/unsere-ki-ist-gerade-noch-besser-geworden(letzter Aufruf: 14.07.2026)

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