Egal ob Fernsehen, Social Media oder Nachrichten: Ständig prasseln schlechte Meldungen auf uns ein. Das zieht oft runter, verdirbt die Laune und lässt uns sorgenvoll in die Zukunft blicken.
Diese gedrückte Stimmung ist verständlich. Schockierend sind besonders die Bilder aus Gaza, wo unzählige unschuldige Menschen leiden. Laut einer Studie der Max-Planck-Gesellschaft wurden dort zwischen Oktober 2023 und Ende 2024 schätzungsweise 70.614 bis 87.504 Menschen getötet. Aber auch vor der eigenen Haustür sieht es düster aus: Gewalt gegen Frauen bleibt ein riesiges Problem. Immer wieder hört man von Femiziden durch Partner oder Ex-Partner. Das Bundeskriminalamt (BKA) veröffentlichte dazu traurige Rekordzahlen für 2024: Demnach wurden in Deutschland 265.942 Menschen Opfer von häuslicher Gewalt. Fast ein Viertel aller Kriminalitätsopfer fällt in diesen Bereich, wobei Frauen und Mädchen mit 70,4 Prozent die absolute Mehrheit bilden.
Bei solchen Schlagzeilen verliert man leicht den Glauben an das Gute. Wie schafft man es dennoch, den Kopf nicht in den Sand zu stecken? Ich habe mich an unserer Schule umgehört. Vier Schülerinnen erzählen im Interview, wie sie mit der Situation umgehen und was ihnen Kraft gibt.
Ömer: Hallo zusammen! Danke für eure Zeit. Heute geht es um ein Thema, das uns alle betrifft: schlechte Nachrichten, Krisen und wie man trotzdem positiv bleibt. Ich freue mich, dass ihr – Hanna (10a), Medina (9b), Tusem (9c) und Svenja (10a) – eure Gedanken teilt. Oft hilft es schon zu wissen, dass man mit seinen Sorgen nicht allein ist.
Frage 1
Ömer: „Handys überschütten uns oft mit negativen Meldungen. Wie geht ihr im Alltag mit diesem ständigen Strom um?“
Hanna (10a): „Ich meide solche Nachrichten bewusst. Wird es mir zu viel, lege ich das Handy weg, gehe raus oder lenke mich ab. Zudem hinterfrage ich vieles im Internet.“
Medina (9b): „Ich lasse mich davon nicht runterziehen. Wenn mich etwas persönlich belastet, rede ich lieber darüber, statt alles in mich hineinzufressen.“
Tusem (9c): „Wenn mich ein Thema beschäftigt, recherchiere ich selbst nach oder frage mein Umfeld. So weiß ich besser, was wirklich stimmt.“
Svenja (10a): „Bei Belastung lege ich das Handy weg. Geht es mir trotzdem nicht aus dem Kopf, spreche ich mit jemandem darüber.“
Frage 2
Ömer: Manche Themen gehen besonders tief, wie die Lage in Gaza. „Wie nehmt ihr das wahr und was macht das emotional mit euch, wenn ihr die schrecklichen Bilder und hohen Opferzahlen seht?“
Hanna (10a): „Ich bin sprachlos. Es fühlt sich unrealistisch an, obwohl es passiert. Man sollte aber auch das Leid anderer Menschen in anderen Regionen nicht vergessen.“
Medina (9b): „Mich macht das traurig, besonders die Bilder von Kindern. Ich wünschte, Konflikte würden durch Reden statt durch Gewalt gelöst.“
Tusem (9c): „Ich finde das schrecklich. Auch wenn wir es selbst nicht erleben, nimmt es einen emotional mit.“
Svenja (10a): „Ich habe großes Mitleid mit den Menschen dort und wünschte, man könnte mehr tun und wirklich helfen.“
Frage 3
Ömer: Auch in Deutschland gibt es große Probleme, wie den Höchststand bei häuslicher Gewalt. „Wie geht es euch damit, dass so etwas direkt vor unserer Haustür passiert?“
Hanna (10a): „Das ist erschreckend, weil es jeden treffen kann. Es macht mir Angst, dass so etwas direkt bei uns geschieht.“
Medina (9b): „Mich enttäuscht, dass häusliche Gewalt heute überhaupt noch ein Thema ist. Unsere Gesellschaft sollte da schon viel weiter sein.“
Tusem (9c): „Ich verstehe nicht, warum Menschen anderen so etwas antun. Wer Probleme hat, sollte sich Hilfe suchen, statt Gewalt anzuwenden.“
Svenja (10a): „Besonders traurig ist, dass viele Betroffene aus Angst schweigen. Ich wünsche mir, dass ihnen mehr geholfen wird.“
Frage 4
Ömer: Wir wollen heute bewusst nach Hoffnung suchen. „Woher nehmt ihr in solchen Zeiten eure positiven Gedanken und euren Mut?“
Hanna (10a): „Ich rede mit meiner Familie oder meinen Freunden, das hilft mir immer. Außerdem gehe ich raus, um mich abzulenken.“
Medina (9b): „Ich höre Musik, lese ein Buch, gehe nach draußen oder verbringe Zeit mit Menschen, die mir wichtig sind.“
Tusem (9c): „Mir helfen Musik, Lesen und Gespräche mit meinen Eltern oder Freunden am meisten.“
Svenja (10a): „Ich lese, schaue Filme, höre Musik oder rede mit anderen. Manchmal braucht es einfach Zeit, bis es einem besser geht.“
Frage 5
Ömer: Wie können wir das auf die Schule übertragen? „Was ratet ihr Mitschülern, die wegen der Weltlage den Kopf in den Sand stecken?“
Hanna (10a): „In der Schule sollte viel mehr darüber gesprochen werden. Nur durch Reden kann sich etwas verändern.“
Medina (9b): „Macht euch nicht allein verrückt, sondern redet mit Vertrauenspersonen. Zusammen schafft man das leichter.“
Tusem (9c): „Man sollte Sorgen nicht in sich hineinfressen. Solche Themen sollten öfter im Unterricht besprochen werden.“
Svenja (10a): „Lenkt euch mit Dingen ab, die euch guttun. Alles in sich hineinzufressen, macht es am Ende nur schlimmer.“
Ömer: Vielen Dank für eure Offenheit. Ich hoffe, eure Antworten machen anderen Mut und zeigen, dass niemand mit seinen Sorgen allein sein muss. Danke fürs Mitmachen.
Eine kleine Botschaft von uns fünf für euch alle zum Schluss:
Auch wenn die Welt hoffnungslos wirkt, kann jeder von uns etwas verändern. Veränderung beginnt im Kleinen, wenn wir füreinander da sind, zuhören und nicht wegschauen. Versucht alle, euren kleinen Teil beizutragen, denn viele kleine Stücke ergeben am Ende etwas Großes!
Ömer
Quellen:
- Max-Planck-Gesellschaft: „Gaza: Studie zeigt beispiellose Verluste an Menschenleben und Lebenserwartung“, Max-Planck-Gesellschaft, URL: https://www.mpg.de/25776334/gaza-studie-zeigt-beispiellose-verluste-an-menschenleben-und-lebenserwartung, abgerufen am 13.07.2026.
- Bundeskriminalamt (BKA): „Straftaten gegen Frauen und Mädchen nehmen weiter zu – Häusliche Gewalt auf Höchststand“, Bundeskriminalamt, URL: https://www.bka.de/DE/Presse/Listenseite_Pressemitteilungen/2025/Presse2025/251121_PM_BLB_HG_StraftatengegenFrauen2024.html, abgerufen am 13.07.2026
- Gaza: Studie zeigt beispiellose Verluste an Menschenleben und Lebenserwartung | Max-Planck-Gesellschaft; Forschende haben die Opferzahlen des anhaltenden Konflikts mithilfe eines statistischen Modells analysiert, das Datenunsicherheiten berücksichtigt

